Der PRAME-Antikörper ist ein neuer monoklonaler Kaninchenantikörper für die Immunhistochemie. Das „Preferentially Expressed Antigen in Melanoma“ (PRAME) ist ein Protein, das beim Menschen durch das PRAME-Gen kodiert wird. Dieses Gen kodiert ein Antigen, das überwiegend in humanen Melanomen exprimiert wird und von zytolytischen T-Lymphozyten erkannt wird. In normalen Geweben wird PRAME – mit Ausnahme der Hoden – nicht exprimiert. Dieses Expressionsmuster entspricht dem anderer Cancer-Testis-Antigene wie MAGE, BAGE und GAGE.
Im Gegensatz zu diesen Antigenen wird PRAME jedoch zusätzlich auch in akuten Leukämien exprimiert. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass eine Überexpression von PRAME beim triple-negativen Mammakarzinom die Motilität von Tumorzellen durch Induktion der epithelial-mesenchymalen Transition (EMT) fördert.
Die Expression von PRAME-mRNA ist gut dokumentiert in kutanen und okulären Melanomen. Eine Studie zeigte, dass eine diffuse nukleäre Immunreaktivität für PRAME in 87 % der metastasierten und in 83,2 % der primären Melanome nachweisbar war.
Innerhalb der Melanom-Subtypen wurde PRAME diffus exprimiert in:
Wenn sowohl In-situ- als auch nicht-desmoplastische invasive Melanomanteile vorhanden waren, zeigte sich die PRAME-Expression in beiden Komponenten.
Die Mehrzahl der melanozytären Nävi (86,4 %) war vollständig PRAME-negativ. Eine Immunreaktivität wurde jedoch in 13,6 % der kutanen Nävi beobachtet – meist nur in einer kleinen Subpopulation von melanozytären Zellen. Dazu zählen dysplastische Nävi, gewöhnliche erworbene Nävi, traumatisierte bzw. rezidivierende Nävi sowie Spitz-Nävi.
Vereinzelt wurden PRAME-positive junktionale Melanozyten auch in solaren Lentigines und in benigner, nicht-läsionaler Haut nachgewiesen.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die immunhistochemische Analyse der PRAME-Expression ein wertvolles diagnostisches Instrument zur Unterstützung der Melanomdiagnose darstellen kann. Zudem kann sie bei der Beurteilung von Resektionsrändern eines bekannten PRAME-positiven Melanoms hilfreich sein. Allerdings kann die Expression in Nävi, solaren Lentigines und unauffälliger Haut eine diagnostische Herausforderung darstellen.